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Zur Geschichte des Reußischen Hofs

1957: Hetzkampagne gegen Herbert Käppel

Historische Karte. Reprint kann bei Frau Linke in der Schloßstraße erworben werden.

1828

Erste schriftliche Erwähnung. Inhaber ist C. Glockauer

1830

Namensgebung als Reußischer Hof mit dem Zusatz “bestes Haus am Platze”. Nutzung als Lokal des Erholungsvereins, der damals als Organisator für vielfältige Vergnügungen auftrat. Der Name des Hauses bezieht sich auf das damalige Fürstentum Reuß jüngere Linie, in dem Hohenleuben lag.

1891

Familie Glockauer gibt das Gebäude ab, danach mehrfacher Besitzerwechsel

1902

Nach dem Tod des damaligen Besitzers Wetzel erwirbt der Oberkellner Carl Käppel das Gebäude von der Witwe Wetzel

1905

In der Nacht vom 4. zum 5. Juli brennt nach Blitzschlag das gesamte Anwesen mit Nebengebäuden und Saal sowie zwei Nachbargebäude bis auf die Grundmauern nieder. Die Besitzer können das brennende Haus nur im Nachthemd verlassen.

Bereits Weihnachten 1905 (!!!), also 6 Monate nach dem Brand, wird das neu erbaute Gasthaus nahezu  in der heutigen Gestalt wieder eröffnet.

1933

Gastwirtssohn Herbert Käppel übernimmt den Reußischen Hof von seinem Vater.

1957

Herbert Käppel wird von der DDR - Staatsmacht enteignet und unter einem Vorwand inhaftiert. Nach mehreren Jahren Haft stirbt er 1962.

1958

Unter dem Namen “Kulturhaus” wird der Reußische Hof als Einrichtung der Konsumgenossenschaft weiter betrieben. Gastwirt ist Rudolf “Rudi” Stieler.

1988

Nach dem Tod Rudolf Stiehlers wird Jürgen Brand der neue Wirt.

1989

Nach der Wende erfolgt die Rückbenennung in “Reußischer Hof”. Die rechtmäßigen Erben Käppel erhalten ihr Eigentum zurück. Die Enteignung wird kassiert.

1990

Reinhardt Köhnlein kauft das Gebäude von den Erben Käppel. Der Saal wird umgestaltet und fast ausschließlich für Diskotheken genutzt.

1999

Insolvenz des Besitzers. Das Gebäude wird zwangsversteigert. Bieter sind der Hohenleubener Carnevalsverein und Herr Fröde aus Greiz - Gommla, der den Reußischen Hof letztlich ersteigert. Danach sporadische Nutzung für Disco - Veranstaltungen u.a. Zwischenzeitlich gab es Hinweise, wonach rechtsextreme Kreise Interesse am Kauf hatten.

2003

Nach Überschuldung des Eigentümers steht der Reußische Hof erneut zur Zwangsversteigerung. Einen Mehrheitsbeschluss des Stadtrats zur Teilnahme an der Versteigerung beanstandet die damalige Bürgermeisterin, so dass die Stadt Hohenleuben zunächst nicht teilnimmt. Es kommt im Termin nicht zur Versteigerung des Gebäudes

2004

Am 15.3.04 kommt es zur Gründung des Förderkreises Reußischer Hof. Ihm gehören 17 Gründungsmitglieder an. Nachdem der Stadtrat mehrheitlich dafür Sorge getragen hat, dass keine Gründe mehr für die Beanstandung des Mehrheitsbeschlusses vorliegen, ersteigert die Stadt Hohenleuben am 31. März 2004 den Reußischen Hof.

Herzlichen Dank an Frau Uta Köhler für die Bereitstellung umfangreicher Unterlagen zur Geschichte des Reußischen Hofs.

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